Presserklärung von Glasbrechen zum Versuch, den Themenabend der ARD zu sabotieren.

29. September 2014

Glasbrechen e.V., der Vorstand des Vereins und die deutliche Mehrzahl seiner Mitglieder stehen dem Versuch, den Themenabend der ARD am Mittwoch, dem 1. Oktober zu verhindern, einigermaßen fassungslos gegenüber.

Im Moment sollen zwei einstweilige Verfügungen vor Gericht verhandelt werden. Sie richten sich gegen die Ausstrahlung des Films „Die Auserwählten“ von Christoph Röhl und dem Autorenteam um Benedikt Röskau.

Sollte sich das Gericht gegen die Ausstrahlung entscheiden und damit für ein späteres Hauptverfahren in dieser Angelegenheit, wäre zunächst mal eine große Gelegenheit vertan.

Selten genug gäbe es für uns Opfer und Opfervertreter die Gelegenheit, unsere wichtige Angelegenheit öffentlich-rechtlich (wenn auch gegen den Fußballabend im ZDF) deutlich zu machen. Selten genug erhielten wir Wort- und Bildaufmerksamkeit in diesem Ausmaß.

Natürlich versuchen wir, Verein und Vorstand, die Argumente jener beiden Betroffenen des Missbrauchs an der OWS zu verstehen, die eine einstweilige Verfügung beantragt haben.

Einsehbar wäre der Einspruch zum Beispiel dann, wenn es sich beim Missbrauch an der OWS um singuläre, wenige Fälle handeln würde – und diese dann ohne Rücksicht auf die wenigen, aber wichtigen Persönlichkeitsrechte im Film verfälschend dargestellt worden wären.

Nun sind wir aber ganz anderer Ansicht diesbezüglich. Es gibt nach unserer dezidierten Auffassung und langjährigen Erfahrung eben nicht das EINE OPFER. Es gibt ganz im Gegenteil in der Pluralität der Fälle unglaubliche, schreckliche Deckungsgleichheiten.

Sehr viele der Opfer der Verbrechen an der OWS haben fast gleichlautende Aussagen gegenüber den beiden „Aufklärerinnen“, Frau Oberlandesgerichtspräsidentin a.D. Brigitte Tilmann und Frau RAin Claudia Burgsmüller gemacht. Bis in die kleinsten Details hinein ähnelten sich die Opferberichte. Selbst die Gerüche, die Handbewegungen der Täter und Täterinnen, ihre Worte waren für viele von uns gleich. (Und bleiben es.)

Daraus folgt: der Film von Christoph Röhl erscheint uns wichtig, und in weiten Teilen richtig – weil er durchaus die Geschichte vieler Opfer repräsentiert. Und vor allem: wichtiger noch: er entspricht unser aller Anliegen. Aufklärung ist und bleibt die beste Prävention. (Dass der Film naturgemäß Mängel hat, steht auf einem anderen Blatt.)

Wenn jetzt aber versucht wird, den Themenabend der ARD aus Partikularinteressen heraus zu sabotieren, kann eben dies nicht unsere Zustimmung finden.

Adrian Koerfer
1. Vorsitzender

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